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Ein Eis für Francesco.

Familie Manusé ist keine, die sich mit Mittelmaß zufrieden gibt. In zweiter Generation betreibt sie in Rosendahl eine Eisdiele, insgesamt tummeln sich die Manusés seit vier Generationen im Eisgeschäft. In Coesfeld gründeten sie die Eismanufaktur GelatoMio und fragt man Toni Manusé, was er sich noch wünscht würde, dann sagt er »Ein Eis für Papst Francesco, das wär’s …« Nicht gerade unambitioniert. Aber das passt ja, denn das was die Familie jetzt in Angriff genommen hat, ist auch ein ziemlich anspruchsvolles Projekt.

gelato-mio-eis-fur-francescoSeit Kurzem hat die Familie an der Hörsterstraße in Münster die kleine Gelateria »Art e Bio« eröffnet, ihre zweite nach der Rosendahler Dependance. Die Einrichtung in einer Mischung aus Vintage und Landhauslook ist gemütlich, im Stile unserer Zeit eben. Die Eissorten sind in italienisch angeschrieben, den Kunden schallt ein nettes »Buongiorno« entgegen. Und die Lage? Naja, 1b würden Wirtschaftsförderer jetzt sagen. Die Hörsterstraße ist eben nicht der Prinzipalmarkt. Anderseits liegt die Eisdiele genau auf halbem Weg zwischen der Roestbar und dem Lotharinger Kloster. »Um ehrlich zu sein: Die Lage haben wir genau deshalb ausgesucht. Wir freuen uns, wenn die Menschen bewusst zu uns kommen«, sagt Rosie Manusé. Die 42-Jährige Eis-Konditormeisterin ist die treibende kulinarische Kraft hinter dem Eisprojekt der Familie.
Denn es geht um nichts Geringeres als die Implemetierung von echtem Bio-Eis in Münster, der Region, eigentlich sogar in ganz Deutschland.

Mehr Bio geht nicht

»Eine Eisdiele kann heute jeder aufmachen – Maschine rein, anstellen, fertig. Aber wir machen etwas anderes«, erklärt Rosie, der man ihr Engagement und den Glauben an die Idee jederzeit anmerkt. »Bei uns gibt es nur reine Biozutaten, die Milch kommt von Söbbeke, die meisten Zutaten stammen direkt aus heimischem Anbau.« Das heißt, Erdbeereis gibt es dann eben erst im Mai, wenn die ersten Früchte hier wachsen. »Und sie werden sich wundern, wie echtes Erdbeereis ohne Zusätze aussieht, nämlich lange nicht so rot, wie sie das vermutlich kennen, sondern viel dezenter. « Erdbeere, Brombeere, Himbeere, Stachelbeere, Waldfrüchte,
aber auch Spargeleis. Gesüßt wird u. a. mit Honig.
Die regionale Speisekarte ist gleichzeitig die von GelatoMio. Gut, die Pistazien kommen aus Italien, genauer aus Sizilien. »Da wachsen eben die besten der Welt“, lacht Toni Manusé, der auch als Anwalt tätig ist. Aber Bio-Pistazien in der Qualität kosten dann eben auch mal 140 Euro das Kilo und damit 100 % mehr als konventionelle aus Persien. Aber auch an leckerem Lavendel-, Rosen- und Jasmineis mit Schafmilch hat sich die Familie schon erfolgreich versucht.

500 Liter Eis pro tag

gelato-mio-ein-eis-fur-francescoDie Idee zu dem Bio-Eis kam der temperamentvollen Sizillianierin, als sie selbst bemerkte, dass sie Probleme mit der Verträglichkeit von konventionellem Eis hatte. Ihr Bio-Eis kann sie jetzt wie früher genießen. »Diese Unverträglichkeit ist heute ja keine Seltenheit mehr, sondern hat mit den vielen Zusatzstoffen zu tun.« Auch wenn die Produktion natürlich aufwendiger ist. Pro Tag könne die Werkstatt in Coesfeld bis 500 Liter Eis produzieren. Eine Kugel in der Filiale in Münster kostet 1,60 Euro, ist also ewas teurer als im Vergleich zur Konkurrenz. Aber dafür eben auch Bio total.
Der Trend zu Bio scheint die beiden zu bestätigen. Deshalb ist das Interesse an dem Eis ihrer Manufaktur (immerhin der ersten in NRW) auch sehr groß. Sie liegt im Offizierscasino der ehemaligen Coesfelder Kaserne, dem jetzigen Industriepark Nord.Westfalen – umgeben von grasenden Schafen und der Natur, die sich langsam Stück für Stück des Militärareals zurückholt. Zu der Filiale in Münster kommt demnächst eine in Hamburg, Stuttgart und München sollen folgen. Sie haben dafür eigens ein Franchise-Konzept ausgearbeitet. Die Mutter zweier Kinder will ab dem Sommer zusätzlich Eis-Seminare anbieten, die in die Kunst der Eisherstellung
einweisen.

Tradition über Generationen

DREI GENERATIONEN UM DAS EIS VEREINT: Nicholas, Toni, Rosie und Toni Manusé (v. l.) wollen ihr Bio-Eis unter der Marke GelatioMio bundesweit vermarkten. Das Franchise-Konzept steht, Filialen in Hamburg, Stuttgart und München sind in Planung DREI GENERATIONEN UM DAS EIS VEREINT: Nicholas, Toni, Rosie und Toni Manusé (v. l.) wollen ihr Bio-Eis unter der Marke GelatioMio
bundesweit vermarkten. Das Franchise-Konzept steht, Filialen in Hamburg, Stuttgart und München sind in Planung

»Außerdem wollen wir in Coesfeld ein Eismuseum eröffnen. « Denn am Ende hat Eisherstellung – egal ob Bio, oder nicht eben auch viel mit Tradition zu tun. Manusés Vater Toni ist mit seinen 84 Jahren einer der ältesten Eispioniere in NRW. Er verkaufte sein Eis sogar schon in Australien, bevor er Ende der 1950er Jahre ins Münsterland kam. Auch als kleine Reminizenz an die gute alte Zeit wollen die Manusés bald mit ihrem Eiswagen die Westfalenmetrople unsicher machen. Ganz im Stile der vorletzten Jahrhundertwende gehalten »und natürlich per Fahrrad betrieben«, lacht Toni Manusé. Insgesamt ist die Familie jetzt schon in dritter Generation im Eisgeschäft und mit den Söhnen Christian (16) und Nicholas (10) steht schon die vierte in den Startlöchern. Also, genug Stoff für ein Museum.

Papst & Pumpernickel

Aber eigentlich zählt jetzt die Zukunft. Im Grunde haben sich Rosie und ihr Mann Toni ja nichts geringeres vorgenommen, als ein kleines Eis-Imperium zu errichten. Und dann ist da eben der eine Wunsch: Einmal ein Eis für Papst Franziskus produzieren. Wer weiß, ob der volksnahe Heilige Vater nicht bald schon zu den Kunden der Manusés gehört. Auch Papst Johannes Paul II. ließ sich ja schließlich regelmäßig Pumpernickel nach Rom schicken.

Copyright Muenster Magazin. Bericht stammt vom Muenster Magazin. Das orginale Bericht können Sie hier: MUENSTER-Nr26-Juni-2014-Eis-Web

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